Für wen ist der Abschluss einer privaten Krankenversicherung sinnvoll?

PKV-Wechsel: So entscheiden Versicherte richtig

Wenn Arbeitnehmer ein jährliches Bruttoeinkommen beziehen, das oberhalb der jedes Jahr wechselnden Versicherungspflichtgrenze (2016: 56.250 € brutto jährlich inklusive Sonderzahlungen wie Prämien, Weihnachts- oder Urlaubsgeld) liegt, können sie von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung wechseln. Selbständige müssen diese Einschränkung nicht beachten, sie können unabhängig von ihrem regelmäßigen Einkommen in die PKV wechseln. Doch wann und für wen ist dieser Wechsel empfehlenswert?

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So wichtig ist der Gesundheitszustand

Wenn Arbeitnehmer ein jährliches Einkommen oberhalb der geltenden Versicherungspflichtgrenze beziehen, werden sie in der Regel von ihrer Krankenkasse (teilweise auch über den Arbeitgeber) darüber informiert, dass ein Wechsel in die private Krankenversicherung ab sofort möglich ist. An den Beiträgen zur privaten Krankenversicherung beteiligt sich der Arbeitgeber im gleichen Maße, wie es bei der gesetzlichen Absicherung der Fall ist! Um zu beurteilen, ob der Wechsel sinnvoll ist, spielt zunächst der Gesundheitszustand eine Rolle. Innerhalb des Versicherungsantrags stellen die privaten Krankenversicherer Gesundheitsfragen. Diese Abfrage des Gesundheitszustands dient dazu, das Risiko zu beurteilen, ob der Versicherer eventuell in Zukunft Krankheits- und Behandlungskosten in enormer Höhe übernehmen muss. Gewisse Vorerkrankungen können den Beitrag auf Grund eines Risikozuschlags erhöhen oder der Versicherer kann den Absicherungswunsch komplett ablehnen. Um dies alles im Vorfeld abzuklären, empfiehlt sich daher eine Risikovorabanfrage über einen unabhängigen Versicherungsberater – dieser kann bei mehreren in Frage kommenden Versicherungsgesellschaften eine Anfrage unter Angabe der Gesundheitssituation stellen. WICHTIG: Diese Anfragen werden nicht bei den Versicherern gespeichert und somit muss der Interessent bei dieser Vorgehensweise nicht mit nachteiligen Konsequenzen rechnen.

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Kinder und Partner(in) spielen eine Rolle

Kinder und Ehepartner ohne versicherungspflichtiges Einkommen können zumeist im Rahmen der Familienversicherung der GKV beitragsfrei mitversichert werden. Somit kann die Absicherung über die gesetzliche Krankenversicherung unter Umständen bei mehreren Personen innerhalb einer Familie günstiger sein. In der PKV müsste für jedes Kind ein eigener Beitrag gezahlt werden. Dies gilt unter Umständen auch, wenn ein Partner gesetzlich versichert ist und der andere privat, da die Kinder in der Regel bei dem Partner mit dem höheren Einkommen versichert werden müssen, wenn dieser über der Beitragsbemessungsgrenze verdient. Da aber bei einem privat versicherten Arbeitnehmer die Beiträge für die PKV der Kinder zum Teil (bis höchstens zur Hälfte) vom Arbeitgeber mitgetragen werden, lässt sich im Vorfeld nicht pauschal sagen, ob man trotz Kindern besser gesetzlich versichert bleiben sollte. Eine Prüfung durch einen unabhängigen Berater macht in diesem Fall sicherlich viel Sinn.

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Bessere Leistungen in der PKV

Als wichtigstes Argument für den Wechsel in die private Versicherung gelten die besseren Leistungen. Die regelmäßige Reduktion der Leistungen in der gesetzlichen KV ist ein reales Thema, welches die Politik und Gesellschaft seit vielen Jahren beschäftigt. Trotz kontinuierlich steigender Beiträge (Beitragserhöhung gibt es sowohl in der GKV, wie auch in der PKV), wurden die Leistungen in der Vergangenheit immer weiter reduziert. Im direkten Vergleich mit der PKV wird häufig der Begriff der Zwei-Klassen-Medizin verwendet. Er besagt, dass privat Versicherte üblicherweise besser versorgt werden als gesetzlich Versicherte. Eine Chefarztbehandlung, die Unterbringung im Zweibettzimmer oder die Betreuung durch einen Heilpraktiker sind in der GKV nicht vorgesehen. Wer solche Leistungen wünscht, ist in der privaten Versicherung also besser untergebracht. Aber auch als gesetzlich Versicherter könnte man sich auf dem Niveau der privaten Krankenversicherung behandeln lassen. Mit einer privaten Krankenzusatzversicherung können entsprechende Versorgungslücken der gesetzlichen Krankenversicherung geschlossen werden, beispielsweise mit einer stationären, ambulanten oder Zahnzusatzversicherung.

Beitragsrückerstattung möglich?

Innerhalb der privaten Krankenversicherung werden sogenannte Beitragsrückerstattungen durch die Versicherer angeboten. Diese Rückzahlungen der Versicherungsbeiträge können – in Abhängigkeit des gewählten Versicherers/Tarifes zwischen 1- 4 Monatsbeiträge betragen. Diese Erstattungen werden vom Versicherer erbracht, wenn der Kunde keine Leistungen innerhalb eines Jahres durch die Krankenversicherung in Anspruch genommen hat. Vorsorgeuntersuchungen werden bei sehr guten Tarifen oft nicht berücksichtigt und somit werden die Beitragsrückerstattungen trotz Inanspruchnahme dieser Untersuchungen ausbezahlt.

Wahl des Versicherers entscheidend

Die private Krankenversicherung steht oft in der Kritik, weil Kunden hier immer wieder mit Beitragserhöhungen konfrontiert werden. Zwar finden diese Beitragserhöhungen auch innerhalb der gesetzlichen Krankenversicherung statt, doch fällt dies dem Versicherten persönlich nicht direkt auf, weil die Beiträge zu seiner Krankenversicherung über den Lohn einbehalten werden. Es gibt enorme Unterschiede hinsichtlich der Beitragsstabilität bei den privaten Krankenversicherern. Wichtig ist, sich für einen Anbieter mit vorbildlicher Tarifpolitik zu entscheiden. Zusätzlich spielen auch Unternehmens-Bilanzkennzahlen eine sehr große Rolle.

Fazit

Der Gesundheitszustand, das Alter, die familiäre und berufliche Situation sind die Einflussgrößen, die über die Sinnhaftigkeit der Absicherung über eine private Krankenversicherung entscheiden. Gemeinsam mit einem unabhängigen Berater kann dann überprüft werden, ob eine Absicherung über die PKV oder GKV mehr Sinn macht. Sofern man sich für die künftige Absicherung über die private Krankenversicherung entschließt, sollte der Berater auf alle Fälle auch die Themen Tarifpolitik und Bilanzkennzahlen berücksichtigen, damit man auch in vielen Jahren noch glücklich mit der ausgewählten Krankenversicherung ist.

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